Es ist eine schöne und wichtige Aktion, die da von Udo Bartsch & Co initiiert wurde. Im Grunde geht es um eine Selbstverständlichkeit.

Aber eine gewisse politische bzw. gesellschaftliche Stimmung, die in Europa – ja, leider auch in Österreich, dem kleinen Land, das immer von seinen umliegenden Ländern, nicht nur kulinarisch,  profitiert hat – derzeit spürbar ist, scheint es notwendig zu machen. Was Spielen so alles in diesem Kontext bedeutet, lässt sich sehr gut auf diversen mitmachenden Seiten nachlesen. Etwa hier bei spielerleben oder bei games we play. Drum brauch ich auch nicht davon schreiben, dass Spielen nur gemeinsam funktioniert. Ich brauch auch nicht schreiben, dass jedes Spiel mich eine Person neu kennenlernen lässt. Aber trotzdem …

Vor einigen Jahren, durfte ich gemeinsam mit Anita Landgraf von whitecastle und Arno Hofer von Ludovico einen Workshop gestalten. Es waren Islamische Religionspädagog*innen, die Input wollten, wie sie das Thema Brettspiel in den Unterricht einbauen könnten. Ob wir da weitergekommen sind, kann ich nicht wirklich abschätzen – die Erwartungen waren vielleicht zu unterschiedlich – aber als dann gespielt wurde … was uns Spiele beibringen ist, Personen nicht nach Äußerlichkeiten oder Etiketten zu beurteilen, sondern nach ihrem Verhalten, ihrem Handeln, also ob sie mir bei Agricola so richtig in den Hintern treten. Und das auf Augenhöhe. Und wie oben geschrieben: Immer wieder neu. Die Erfahrung zeigt, dass Pauschalisierungen und vorschnelle Urteile am Spieltisch nicht halten. Und im echten Leben eben auch nicht.