Wie per Twitter angekündigt (ggf. bitte folgen via twitter.com/atelier198 ) hier eine kurze, sehr unvollständige Auflistung zum Thema Spielzeugbücher. Mein Spielzeug durfte ja überdauern – als Stadt-Kind der 80er hatte ich da einiges – und ist jetzt großteils in Verwendung meiner Kinder … ich würd ja draus ein Spielzeugmuseum machen, aber sowas st wohl nicht wirklich … naja, egal. Es gibt überraschend wenig bzw. wenig wirklich spezifische Publikationen zu dem Thema. Und dann doch wieder mehr, als man glauben mag.

Viel mehr als Plastik … ist die Begleitpublikation zu einer Schöne Ausstellung zum Thema „Actionfiguren und ihre Geschichte(n)“. Fein bebildert, gut recherchiert. ISBN 3-931242-27-7 Die URL zur Ausstellung führt ins Nirvana, aber hier gibt es Infos. Oder via Wayback Machine.

TOYS Amazing Stories … ist relativ textlastig, nur auf Englisch erhältlich, aber durchaus lesbar. Das Buch schnappt sich einzelne Spielzeuge und geht ins narrative Detail. U.a. featuring Twister, Lego, Pokémon, Scrabble und Hot Wheels. ISBN 978-1-250-03409-0

Toy Time! … ist bunt und richtig schön bebildert. Auch auf Englisch. Auch mit den üblichen Verdächtigen, aber dann doch mit He-Man, Turtles, Transformers und Star wars, also etwas aktueller, als der Eintrag oben. ISBN 978-0-385-34912-3


Sowohl 1000 Robots als auch Roboter-Weltraumspielzeug sind Publikationen für Sammler. Einmal in Farbe und ziemlich dick; einmal in Schwarzweiß, aber dafür mit etwas mehr Infos zur Sammeltätigkeit und zum (kulturhistorischen) Kontext. Ach a: bei beiden Publikationen geht es um Blechspielzeug, also nicht um Transformers & Co. Dazu gibt es genug eigene Publikationen.
ISBN 3-8228-2017-2 und ISBN 3-89441-078-7


Altes Spielzeug – aus den verschiedensten Bereichen (thematisch -, georgrafisch -, zeitlich strukturiert) ist, wenn Bereitschaft besteht, den Second-Hand Markt zu nutzen, sehr gut dokumentiert. Die Titel sind, wie unschwer zu erkennen, ziemlich einfallsreich. Stark variiert allerdings die Bebilderung. Einen spannenden Einblick, wenn gelegentlich auch etwas arg bildlastig geben aber die meisten Publikationen.

So. Hier schließe ich einmal den ersten Teil recht rasch ab. Demnächst vielleicht was Spezifischeres zum Thema Actionfiguren. Warum das Ganze? Nicht unbedingt diese Liste, sondern vielmehr die Beschäftigung mit dem Thema Spielzeug. Spielzeug ist ein spannender, hochkomprimierter Spiegel der Zeit. Ein Blick in das Kinderzimmer oder weniger urban ein Blick auf die Spielumgebung von Kindernverrät einiges über Technologien, sozialen Kontext und Zeitgeist. Aber trotzdem sehr individuell. Vielleicht reicht auch der Blick in einen Spielzeugkatalog. Vielleicht ist dieser allgemeiner. Vielleicht schau ich mir das auch nocheinmal an. Auf jeden Fall ist vor allem idustriell gefertigtes Spielzeug im Kontext der Urbanisierung und damit der Schrumpfung des Kinderspiel-Raums ein faszinierendes Feld. Von Erwachsenen erdacht, von Kindern aber nicht immer entsprechend gespielt. Spielzeug auch als Mittel zuer Erziehung und Geisteshaltung hat mitunter etwas Unheimliches. Der Hirnforscher Gerald Hüther nennt dies in seinem aktuellen Buch die Ökonomisierung des Spiels. Nicht des Spielzeugs, das ist meist sowieso ein wirtschaftliches Gut. Sondern vielmehr die inhaltliche, erzieherische, ökonomische Aufladung von im Idealfall sinnfreien Objekten und Tätigkeiten. Was für eine Krux.

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