Ich hab heute Legacy of Dragonholt bekommen. Eine Art kooperatives Abenteuer-Spielebuch. Und im Editorial der akuellen Spielbox (nachzulesen online: hier) bemerkt Christwart Conrad diesen Trend. Storytelling in analogen Spielen inspiriert durch digitale Spiele. Ihm erscheint (zirkazitiert) klar, dass eine Story im Buch oder Film immer noch besser aufgehoben ist.

Ja, wiessen wir. Immer wenn die Erzählung interaktiv wird, bekommt sie ein Problem. Das hat viele Gründe und das war auch das Hauptproblem der Narratologen der Digital Game Studies. Und irgendwie befürchte ich, die Diskussion (Konflikt war es nämlich gar keiner) mit den Ludologen könnte sich bei analogen Spielen wiederholen. Momentan schauen freilich noch nicht genug Wissenschafter auf die analogen Spiele, aber das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern.

Dennoch auch ganz klar: Nein! Analoge Spiele haben erzählerische Werkzeuge. Nur wenn wir dauernd auf die „klassischen“ wie Bilder und Text schauen, übersehen wir die dem Medium eigenen, wie etwa die Haptik, das Zerstören oder auch das gemeinsam Erleben. Ich hab dazu schon öfter geschrieben: Hier und hier. Vieles davon nehmen wir (noch) nicht als erzählerisch wahr.

Und natürlich jo eh! Wenn wir eine Geschichte wie in einem Buch, einem Film, einem Theaterstück, … erleben wollen, dann sollten wir doch einfach ein Buch lesen, einen Film schauen, ins Theater gehen, … bisher dachte ich eigentlich immer, dass nur neue Medien aus Mangel an Alternativen mit alten Medien verglichen werden, aber scheinbar tut sich auch im Bereich der analogen Spiele was. (Und ich sag jetzt nicht Re-Remediation.)