Ganz ehrlich: Diesmal gibt es nur wenig Spektakuläres zu berichten. Routine. Schmerz. Und trotzdem große Emotionen. Nein, natürlich dreht es sich hier nicht um den Songcontest, auch wenn die Körperbehaarung der Dame über der Norm ist. Aber das war bei allen so. Bei allen Fünf. Am 7. Mai kam unser fünftes Kind a.k.a. vierte Tochter zur Welt. Nach nur acht Wehen. Sie schrie bevor sie den Körper meiner Frau zur Gänze verlassen hatte … aber schön der Reihe nach.

1:30:28 „Klemens, ich glaub wir fahren jetzt …“
Endlich. Elisabeth war immerhin eine Woche überfällig. Schon etwas Besonderes, waren doch alle Kinder bisher im Bereich +/-1. Benedikt legte sogar – ganz typisch für ihn – eine Punktlandung hin. Also: Auch bei Kind N°5 gibt‘s noch neue Aspekte. Alle zwei Tage ins Krankenhaus. Beruhigende Worte der Ärzte und Weisheiten aus dem Umfeld:

„Wann‘s kummt, kummt‘s.“
„Sie braucht, solange sie braucht!“
„Mann kann‘s eh net zwingen!“ (Kann man doch!)
„Sie braucht genau richtig lange!“
„A Bier geht scho‘ no!“

Die Erleichterung war dann dennoch groß. Nicht wegen der Geburt; vielmehr, weil die Betreuung durch diverse Großmütter in absehbare Nähe rückte. Für mich als Vater war es beim fünften Kind noch genauso wichtig dabei zu sein – daran ändert sich nix. Nie. Keine Routine. Never! Kein Abnützungseffekt. Und so ist es dann natürlich schon schön, eine Oma/Omi vor Ort zu haben, die die restlichen Kinder ggf. versorgt.

Also zurück:

1:31:07 … es reißt uns beide. Verdammt, das fünfte Kind und trotzdem. Durchatmen. Wach werden. Unterhose richtig herum anziehen.

1:38:28 … wir sitzen im Auto und ich bemühe mich die Fahrbahn zu treffen. Gelingt ganz gut und ob der Uhrzeit sind auch keine Traktoren unterwegs. Im Nachhinein erfahre ich, dass Andrea – auf der Rückbank liegend – ein SMS schrieb. An eine Freundin, die am Tag zuvor noch eine an illegal grenzende Ölmischung für diverse Verwendungszecke lieferte. Als Pharmazeutin darf sie das. Irgendwie. Als Frau – die weiß, wie es ist „drüber“ zu sein – muss sie es sogar machen. Es ist eine archaische Pflicht. Urmutter Erde und so.

1:56:06 … Ankunft LKH Feldbach. Parkplatz Münze … Blödsinn .. die Dinger nennen sich dort Coin. Wir haben verschiedene Theorien warum. Ist jetzt aber nicht so wichtig.

1:57:05
Ich: „Sollen wir den Lift nehmen?“
Andrea: „Ich glaub nicht“

1:57:06
Andrea: „Ich glaub‘ schon. Ffffffffffff!“

2:00:17
Hebamme A: „Frau Kattnig … echt?! Woaaaa!“
Die Aussage macht bedeutend mehr Sinn, wenn man weiß, dass Andrea am Tag zuvor ihre Hebamme (für die ambulante Nachbetreuung) anrief und ihr ihr Leid klagte und die Hebamme (nennen wir sie Hebamme B) meinte: „Ich hab heut Nachdienst … das würd‘ doch passen!“

2:00:42
Hebamme B kommt ums Eck und strahlt übers ganze Gesicht. Wir sind angekommen und alles ist gut. Jetzt folgt nur noch die Kür. Wir haben unsere Hebamme B.

Bis 2:17:07 stehen noch einige Wehen am Programm, massig Fruchtwasser und die Frage, warum der Liebe Gott den Frauen kein größeres Becken und keine größere Scheide geschenkt hat … soviel zum Thema Intelligent Design!

Um 10 Uhr verlassen wir wieder das Krankenhaus und seitdem bereitet uns die Kleine viel Freude. Was anderes darf ich wohl auch nicht schreiben … ist aber auch ehrlich so gemeint.