Mit einer Woche Verspätung ein kurzes Feedback zu unserer Woche auf der Alm. Mit fünf Kindern, schönem Wetter und zwei Schachteln voller Spiele. Drei Beobachtungen und eine Liste:

Unser ältester Sohn spielt eigentlich nicht so gerne. Das hat mit unbekannten Dingen und dem Drang, Dinge zu beherrschen, zu tun. Wenn er dann doch mit uns spielt, bin ich immer ganz perplex. Und vermutlich nutzt er genau das aus, denn meistens hängt er mich böse ab. Ganz die Mutter. Mit seinen kognitiven Fähigkeiten ist es wirklich schade, dass er sich so schwer selbst überwinden kann, Hand an die kleinen Holzteile zu legen. Dafür spielt die älteste Tocher um so lieber. Und um so lieber. Wo Sohnemann beinhart kalkuliert, hilft sie gern beim Handeln und Tauschen. Sie legt kompetetive Spiele eher kooperativ an. Und verliert. Nachdem Frau und Sohn eben gnadenlos auf Sieg spielen, kann ich auch nicht alles rausreißen.

Ich muss mich wirklich (wieder) intensiver mit dem Thema Hypertext bzw. nichtlineare Texte bschäftigen. Das Thema scheint in der Luft zu liegen. The 7th Continent hat bei uns voll gezündet, die Bretterwisser podcasten über Gamebooks und hier tauch eben eines aus dem Jahr 1930 auf.  Die Experten vom Fightig Fanzine vermuteten ja 1940/45 als Startjahr moderner Gamebooks, aber scheinbar … ich hab auf meinem Nachtkasterl auf jeden Fall jetzt „Literatur im elekronischen Raum“ (Christiane Heibach, suhrkamp) und Espen. J. Aarseths Fastschonklassiker „Cybertext“ liegen. Ich muss aber erst noch etwas recherchieren, wie oft Gamebooks in wissenschaftlicher Literatur diesbez. überhaupt beachtet werden.

Eine Legacy Komponente kann aus einem mittelprächtigem Spiel doch tatsächliche ein unterhaltsames machen. Oben genannter Sohn war begeistert von Jackal Archipelago. Das Spiel aus Russland gibt es schon in vielen Varianten und die aktuelle hab ich via kickstarter unterstützt, weil die Illustrarionen schon sehr nett sind. Das einfache Decke-Plättchen-auf-und-mach-was-draufabgebildetist-Spiel ist in seiner Grundstruktur alles andere als prickelnd, aber durch neue Plättchen, wachsende Inseln und Fähigkeiten für die einzelnen Spielfiguren (Sticker auf Meeple) hat das Spiel (für Kinder) schon eine ordentliche Sogwirkung. Story gibt es zwar keine, aber die ergibt sich durch die zahllosen (irren) Plättchen(kombinationen) am Spieltisch. Zwei Erweiterungen sollten demnächst einmal auftauchen. Die Frage ist natürlich, wie lang das Legacy-Konzept prickelnd bleibt. Das zwölfte mittelprächtige Spiel mit Legacy Konzept aufgepeppt ist dann vielleicht doch eines zu viel.

Und hier noch kurz, was auf dem Almhüttenvollholztisch gespielt wurde:

  1. Dixit Jinx – irgendwie stringenter, als die große Schwester.
  2. Jackal Archipelago – siehe oben.
  3. The Game – um 6:30 mit Sohnemann. Dank Spielfehler blieb eine Karte übrig.
  4. Uruk II – schön kompaktes Civ Spiel. Mit Wassereeples.
  5. The Last Expedition – schön und schön spielbar.
  6. 7th Continent – siehe oben.
  7. Las Vegas – Klassiker. Verdient.
  8. Get Lucky – Die vielen liebevollen Texte bitte lesen.
  9. Kookiz – Die kleineren Kinder lieben es.
  10. Set – Jo eh. Mein Spiel, obwohl ich es nicht sonderlich mag.
  11. Obstgarten – Eat this, Rabe!
  12. Ziege mit Fliege – Der rosa Oktopus mit Dudelsack …
  13. 23 – Hat auch Klassikerpotential.
  14. Golden Horn – lieben die Mädels. Ich bekomm es so gar nicht in den Griff.
  15. Dobble – Schöner Infotext im Regelheft.
  16. Quix – Klassiker. Auchverdient.
  17. Koboldbande – Schöne Koop-Einstiegsdroge.
  18. Port Royal.
  19. Labyrinth Kartenspiel. Tatsächlich eines unserer meistgespielten Spiele.
  20. Die Maus ist im Haus. Kein Schmäh!
  21. Wettpuzzeln am Bauernhof – bekommt beizeiten einen eigenen Eintrag.
  22. King of Tokio – King of Frühausscheiden wohl eher.
  23. Oltre Mare – Gut gealtert.
  24. Prototypenkartenspiel – Siedler-Feeling.
  25. Pelopponnes Kartenspiel – Öha, doch ganz anders und gleich.